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Afrika 2005

14. März - 17. April

 

Deutschland - Ein Wintermärchen

Die Reise

Die Ankunft

Der erste Ausflug in die nähere Umgebung

Kapstadt: Bo Kaap

 


Deutschland - Ein Wintermärchen

Die bislang "größte Reise" meines Lebens beginnt!

Im Zug fahre ich durch verschneite Winterlandschaften in Richtung Frankfurt und versuche zu realisieren, dass ich nur zehn Stunden später im Flugzeug nach Südafrika sitzen würde. Noch stiebt der Schnee durch den Fahrtwind hoch und glitzert in der Sonne, aber schon in der nächsten Woche sollen auch in Deutschland Temperaturen im zweistelligen Bereich erreicht werden und mit ein bißchen Glück wird auch hier alles grün sein, bis wir zurückkommen.

Aber erstmal wartet jetzt Kapstadt mit vorhergesagten 30°C und strahlendem Sonnenschein!

 

Die Reise

Am Flughafen haben wir recht schnell die Rucksäcke aufgegeben und uns - wie sollte es anders sein - erst mal einen Kaffee gegönnt. Das Boarding klappte auch recht stressfrei und um 20:45 Uhr kam dann schon der Moment, in dem man in die Sitze gepresst wird, fühlt wie die Maschine langsam abhebt, und die Lichter unter einem immer kleiner werden.

Unsere Sitzplätze waren ein bißchen... - sagen wir mal unpraktisch, weil direkt vor uns eine Wand und Füße-Austrecken somit unmöglich war. Ersteinmal haben wir ja sowieso die Lasagne genossen und uns dem Unterhaltungsprogramm gewidmet, bis Sebastian als Übersetzer zu einem Notfall gerufen wurde: Eine ältere Dame hatte sich (wie auch immer) das Kinn aufgeschnitten. Aber nach der Durchsage, ob ein Arzt an Bord wäre, haben sich gleich vier Mediziner gemeldet und Holly als Ex-Zivi erlöst.

 

Die Ankunft

Nachdem wir schätzungsweise zwei bis drei Stunden geschlafen haben, ging am Horizont langsam die Sonne auf und kündigte einen wundervollen Sommertag an. Nach dem Frühstück dauerte es auch nicht mehr lange, bis wie gegen halb neun in Johannesburg gelandet, gleich als erstes aus dem Gebäude raus und in die Sonne gegangen sind. Nach unseren deutschen Wintermonaten quasi direkt aus dem Schnee in die Sonne - überwältigend, befreiend, fast nicht beschreibbar!!

Da wir aber schon um zehn Uhr weiterfliegen mussten, gings es schnurstracks wieder rein, um das Gepäck zu holen. Weil wir auf einen Inlandsflug umsteigen wollten, musste es zunächst abgeholt und dann erneut aufgegeben werden. Um das ganze zu vereinfachen sollten wir dir Trekkingrucksäcke als Handgebäck mitnehmen, aber wegen der Taschenmesser und so weiter, sollte dann doch noch ein Extra-Wagen zum Flugzeug geschickt werden.

Und sonst könne das Gepäck ja im nächsten Flieger nachgeschickt werden... Zumindest bekam ich so einen kleinen Vorgeschmack auf die südafrikanische Mentalität und letzten Endes kam unser Gepäck doch noch mit. Gegen Mittag wurden wir dann in Kaptstadt von Brigitte - meiner "Schwiegerma" - bei sagenhaften 36,7 Grad im Schatten im Empfang genommen und einem Sonnenstich bedrohlich nahe ging es erst einmal nach Hause zu Herki. Dort wurden wir angesichts der mitgebrachten Familienpackung spezieller in Südafrika nicht erhältlicher Hundetrockennahrung auch recht ungestüm begrüßte.

Brigs
Strand

Und durch diese wiedererwachende Lebendigkeit des mitlerweile schon recht betagten Herki machten wir uns auf den Weg nach Sea Point: Sonne genießen, Füße in den - zugegebenermaßen recht kalten - Atlantik halten und ein noch kühleres Windhoek genießen.

Ja, so ließe es sich leben...

 

Der erste Ausflug in die nähere Umgebung

Ausgeruht und frisch gestärkt brachen wir zu einer ersten Entdechungstour auf. An den "Zwölf Aposteln" vorbei ging es nach Hout Bay, wo sich einerseits Busse voller F.T.s* versammelten und den "afrikanischen Kunstmarkt" bevölkerten, andererseits aber ein Fischerboot nach dem anderen anlegte und seine Waren feilbot - in Zeiten von Gammelfleischskandalen eine recht amüsante Erinnerung...

Wir ließen Touristen und Fischer weiter verhandeln und machten uns auf den Weg zum "Chapman's Peak Drive" - einer engen, kurvigen Straße, die sich steil über dem Meer entlang gen Süden schlängelt und schwitzende Hände und Herzrasen mit einem phantastischen Ausblick belohnt. Dort gab es auch gleich wieder etwas Außergewöhnliches zu sehen: **

Hout BayChapman's PeakChapman's Peak

*Anmerkung: Namen von der Redaktion geändert :-)
**Anmerkung 2: wie wir später aus der Zeitung erfahren haben, hatte sich die Fahrerin zu ihren beiden schreienden Kindern umgedreht und dabei die Kontrolle über das Fahrzeug verloren. Zum Glück wurde niemand verletzt, lediglich der Unterbodenschutz des Autos musste erneuert werden - dafür waren dann aber auch die Kinder still.

 

Bo Kaap

Zunächst sei einmal angemerkt, dass sich Kapstadt sehr weitläufig gestaltet - typisch Großstadt eben :-) - und auch in fünf Wochen nicht bis in den letzten Winkel erkunden ließ.

Aber beginnen wir erst einmal mit unserem Wohnumfeld, dem sogenannten Bo Kaap. Die Vorfahren der heutigen Bewohner wurden übrigens im 18. Jahrhundert aus Indien, China, Malaysia und anderen Gegenden Asiens als Sklaven nach Kapstadt gebracht.

Nachdem ich im Vorfeld bereits einiges über Südafrika - und in dem Zusammenhang natürlich auch über Kriminalität - gelesen hatte, traute ich mich in den ersten Tagen kaum allein auf die Straße. Aber das "bunte Viertel" zeigte sich einfach jeden Tag aufs Neue von seiner freundlichen Seite, die Nachbarn standen lange beisammen und irgendwann haben sich auch die vergitterten Fenster in das gewohnte Gesamtbild eingefügt, als würde ihnen ohne etwas fehlen, so dass ich zum Ende meines Aufenthaltes sogar Nachts allein mit Herki rausgegangen bin.

In besonders guter Erinnerung habe ich allerdings den Bo Kaap Bazar, der neben Produkten aus dem Viertel auch die Gelegenheit bot, mitten im Wohnzimmer der Familie einen Kaffee zu genießen und über Gott und die Welt zu plaudern.

Und natürlich darf der Autoverleih an der Buitengracht nicht unerwähnt bleiben: auch schön bunt, aber ich war schon sehr froh, dass der Golf von Brigs für Ausflüge bereitstand.

Bo Kaap
Bo KaapBo KaapBo Kaap

 

Fortsetzung folgt...

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